Freelancer Wissen — 20 März 2011
Der perfekte Freelancer

Kein Freiberufler ist perfekt – ich bin es nicht, Du bist es nicht und nicht einmal die Besten von uns sind es. Wir alle machen Fehler, immerzu, und wenn wir clever sind, lernen wir aus ihnen.
Manche Fehler sind jedoch schwerwiegender als andere. Wenn es uns gelingt, diese Fehler zu korrigieren oder zu vermeiden, dann werden wir uns ständig verbessern können. Zwar werden wir wieder neue Fehler machen, aber wir werden wieder aus ihnen lernen.

Werfen wir nun einen Blick auf einige der größten Fehler von Freelancern, egal ob sie neu im Beruf sind oder alte Hasen, sie zeigen uns, wie wir Fehler vermeiden können.

Versäumen von Abgabeterminen

Ich habe hier schon einiges über dieses Thema geschrieben. Was Deinen guten Ruf ausmacht hängt grundsätzlich davon ab, ob Du fähig bist Qualitätsarbeit zu liefern und den Abgabetermin einzuhalten. Als Freiberufler ist Dein guter Ruf alles was Du hast. Wenn Du zu oft Abgabetermine versäumst, wirst Du bald bemerken, dass Dir die Kunden davonlaufen.

Lösungsansatz:

Mache den Abgabetermin zu einem der zwei wichtigsten Angelegenheiten (zusammen mit dem Abliefern von guter Arbeit), schätze Deine benötigte Zeit eher länger ein, unterteile das Projekt in mehrere kleine Schritte und sei verantwortungsbewusst.

 

Preise zu niedrige berechnen

Besonders Anfänger unterschätzen sich selbst und verlangen weniger als sie wert sind. Das ist in Ordnung wenn Du gerade erst den Markt betreten hast und wenn Du keine bisherigen Arbeiten oder Reputationen vorweisen kannst. Aber sobald Du einige hervorragende Arbeiten vorweisen kannst, solltest Du das berechnen, was Du wert bist. Ansonsten verschleuderst Du Dich zu Schnäppchenpreisen. Das Ergebnis ist, dass Du mehr arbeiten musst, um Deine Fixkosten decken zu können.

Lösungsansatz:

Finde den Durchschnittspreis am Markt heraus und verlange ein bisschen mehr. Dadurch sieht der Kunde, dass Du gut bist. Man kann seinen Preis gut errechnen, indem man sich überlegt, in welchem Umfang man tätig sein möchte und wie viele Stunden Arbeit man realistisch einplanen will. Der Preis sollte dann auf diesen Zahlen beruhen.

 

Recherche, Recherche, Recherche

Diese Recherchen sind vor der Angebotserstellung durchzuführen und nicht erst wenn der Auftrag schon vor dem Abschluss steht. Oft kontaktiert ein Freiberufler einen Klienten und macht einen Kostenvoranschlag, ohne den Kunden oder seine Bedürfnisse wirklich verstanden zu haben und ohne zu wissen welchen Wert das Projekt für den Kunden hat. Diese Vorgehensweise wird Ihnen sehr wenige Geschäfte bringen.

Lösungsansatz:

Überprüfe den Kunden gründlich bevor Du ihn kontaktierst. Das Internet bietet dazu die besten Möglichkeiten. Bringe in Erfahrung, was der Kunde macht, auf welchem Markt er tätig ist, welche Ziele er hat (im Allgemeinen) und finde heraus, wie Du dem Kunden helfen kannst, diese Ziele zu erreichen. Wie kannst Du einen wertvollen Beitrag leisten? Richte Deine Preise nach diesen Fakten.

 

Die richtige Kundenauswahl

Die Beziehung zwischen Freiberufler und Kunde ist wichtig. Ob nun ein Kunde ein schlechter Auftraggeber oder genau der richtige für Dich ist, darüber entscheiden viele Sachverhalte. Zum Beispiel ist der Markt wichtig, auf dem sich die Kunden bewegen, Dein Arbeitsstil, ob Du schwierig bist, wie wahrscheinlich es ist, dass sie Deinen Preis bezahlen, welchen Arbeitsaufwand sie verlangen, ihre Zahlungsfähigkeit und ob sie rechtzeitig und ohne Streitereien bezahlen.

Wenn Du den falschen Kunden wählst, wirst Du weniger Geld verdienen, unglücklich sein und mehr arbeiten müssen.

Lösungsansatz:

Wähle die Kunden sorgfältig aus. Man kann es nur wiederholt betonen: Informiere Dich über sie, tausche Dich aus mit anderen Freiberuflern, die bereits für diesen Kunden gearbeitet haben. Wenn Du einen Kunden kontaktierst, dann betrachte den Kontakt als einen Austausch, eine Befragung in beide Richtungen – er versucht herauszufinden, ob Du der Richtige für ihn bist;
Du solltest aber auch versuchen herauszufinden, ob er der Richtige für Dich ist. Erledig den ersten Auftrag oder auch die ersten drei Aufträge auf Versuchsbasis und beobachte, wie die Dinge laufen. Hin und wieder solltest Du dann überprüfen, ob Deine Kunden Deinen Aufwand wert sind.

 

Nicht zu persönlich

Es ist gut, wenn Du mit einem Kunden freundlich umgehst, aber bleib trotzdem professionell. Du möchtest schließlich nicht „beste Freunde“ werden. Aber zu förmlich solltest Du auch nicht sein.

Wenn Du zu persönlichwirst, können zwei Dinge geschehen.
1. Einer von Euch könnte wegen einer geschäftlichen Entscheidung verletzt werden oder über den anderen verärgert sein
2. Der Kunde könnte Dich für unprofessionell halten.

Beides wäre schlecht für das Geschäft.

Lösungsansatz:

Beginne eine Geschäftsverbindung immer förmlich. Mit der Zeit kannst Du dann freundschaftlicher werden – je nachdem wie der Kunde selbst die Kommunikation handhabt. Du solltest einerseits keine Angst davor haben, etwas lockerer zu werden, aber andererseits ist es auch wichtig, nicht über das Geschäftliche hinauszugehen und die Grenze zum Unprofessionellen nicht zu überschreiten.

 

Dampf ablassen

Wenn es mal mit einem Kunden Probleme gibt, neigen manche Freiberufler dazu, ihre Frustration am Kunden auszulassen. Wenn sich beispielsweise ein Herausgeber dazu entschließt, meinen Artikel nicht zu drucken, dann könnte es sein, dass ich meinen Ärger und meinen Unwillen zeige, indem ich wütend werde. Das ist schlecht. Es wird Deinem beruflichen Ansehen schaden, sowohl bei diesem Kunden, als auch bei zukünftigen Kunden. Wenn Du diesen Fehler öfter begehst, wird das mit der Zeit zu einem Rückgang Deiner Geschäfte führen.

Lösungsansatz:

Falls es ein Problem mit dem Kunden gibt und Dich verärgert, dann kommuniziere nicht sofort mit dem Kunden. Lass auf andere Art etwas Dampf ab; vielleicht indem Du mit einem Freund reden oder trainieren gehst, oder eine Packung Eiscreme isst. Aber lass Deinen Kunden oder irgendjemandem aus der Berufswelt immer außen vor. Beiße Dir lieber auf die Zunge. Wenn Du Dich beruhigt hast, bespreche die Angelegenheit ruhig und auf professionelle Weise mit Deinem Kunden – vorzugsweise in einer positiven Art, aber dennoch deutlich. Nur so sorgst Du dafür, dass diese Probleme in Zukunft nicht mehr entstehen.

 

An zukünftige Zusammenarbeit gleich mitdenken

Oft schließt der Freiberufler einen Auftrag ab und geht dann weiter zu einem nächsten Kunden. Vielleicht hofft der Freiberufler, dass der abgeschlossene Auftrag so hervorragend war, dass ihm der Kunde demnächst die Türe einrennen wird. Unglücklicherweise geschieht das nur selten. Wenn Du nicht die Grundlage für zukünftige Geschäfte schaffst, werden diese höchstwahrscheinlich nicht zustande kommen.

Lösungsansatz:

Wenn Du einen Auftrag abschließen, dann mache gleich einen Vorschlag für eine zukünftige Zusammenarbeit. Wenn Du nichts mehr hörst, frage nach.

 

Mangel an Einnahmequellen

Sich auf einen oder zwei Kunden zu verlassen, ist immer schlecht. Wenn Dein Haupt-Auftraggeber Dich fallen lässt oder sein Budget für Freiberufler kürzt oder sein Geschäft aufgibt, dann hast Du verloren. Deine Rechnungen kannst Du dann auch nicht mehr bezahlen und stehst auf der Straße.

Lösungsansatz:

Versuche immer mehrere Einnahmequellen aufzubauen. Es mag sein, dass Du zunächst mit einem Auftraggeber anfängst; das machen alle am Anfang so. Aber sehe diese freiberufliche Arbeit dann nicht als Haupt-Einnahmequelle, und zwar so lange bis Du mehr Auftraggeber gefunden hast. Suche andere Möglichkeiten um Dein Einkommen zu sichern (ein Voll- oder Teilzeitjob, ein anderes Geschäft, das Einkommen Deines Partners, Werbung in einem Blog, Verkauf von Produkten). Du solltest das unbedingt tun. Es wird Dein Einkommen festigen und verlässlicher machen.

 

Sich selbst erlauben einmal faul zu sein

Seien wir ehrlich: an manchen Tagen haben wir keine Lust zu arbeiten. Das ist prima, falls wir an anderen Tagen für eine solche Flexibilität vorgeplant haben. Denn wenn man zu viele faule Tage hat, wird man bald kein Einkommen mehr haben. Und Du wirst Deine Abgabetermine nicht einhalten können, aber das hatten wir ja vorhin schon besprochen.

Lösungsansatz:

Es ist prima, wenn man die Möglichkeit hat flexibel zu sein, so dass man arbeiten kann, wann immer man sich leistungsfähig fühlt. Aber lass Dich nicht gehen, wenn Du Termine einhalten musst. Tritt Dir selbst in den Ar***, um den Termin einzuhalten und motiviere Dich, in dem Du in Teilschritten arbeitest.

 

Sich selbst nicht treu sein

Oft nehmen wir Arbeit an, die nicht zu uns passt, nur weil wir das Einkommen brauchen. Wir fühlen uns schrecklich deswegen und langsam beginnen wir, uns selbst zu hassen. Das geht dann so lange bis wir diese Arbeit nicht mehr machen wollen.

Lösungsansatz:

Bemühe Dich von Anfang an Aufträge zu finden, die mit Deinen Werten übereinstimmen und die Dir erlauben, so zu sein wie Du bist. Wenn Du Dich verstellst und unehrlich zu Dir selbst und anderen bist, führt das ohnehin zu nichts. Verhalte Dich anderen Menschen gegenüber aufrichtig und hab keine Angst, Arbeiten abzulehnen, die nicht zu Dir passen. Bemühe Dich immer, Arbeit zu finden, die Dir auch zusagt.

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Chris

Mein Name ist Christoph Arend ich bin Inhaber der jacor Werbeagentur und ich beschäftige mich schon über 10 Jahre intensiv mit dem Thema Design / Webdesign und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2006 auch mit dem Bereich Online- und Social Media Marketing. In meinem Blog schreibe ich über aktuelle Themen aus den Bereichen Webdesign, SEO, Online Marketing und Social Media Marketing und versuche interessante Zahlen und Trends zu zeigen. Hier findest Du mich auf Google+

(1) Reader Comment

  1. Preise zu niedrig berechnen ist der Klassiker! Da muss man wirklich über seinen Schatten springen und selbstbewusst agieren. Den Tipp etwas mehr zu verlangen finde ich gut!

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